Alles begann am Mittwoch nachmittag, als nach unzähligen Regentagen endlich mal wieder die Sonne am Himmel stand, sozusagen als Vorbote für die nächsten Tage im Süden. Acht gut gelaunte, urlaubsreife Bergmariechen
(Tobi, Michi Z., Michi H., Marco, Sabrina, Nora, Christian, Jochen und Beni) trafen sich am Jugendturm und machten sich im schicken neuen Jugendbus auf den Weg nach Davos. Nach einer angenehmen Fahrt waren wir mitten drin in den winterlich verschneiten schweizer Bergen und wurden von einer braun gebrannten Nena in deren Ferienwohnung empfangen. Der Abend wurde noch sinnvoll genutzt und zwar zum Poporutschen ohne Poporutscher in der beleuchteten Halfpipe am Ortsrand von Davos. Im nu waren die Hosen nass aber der Spass verdrängte jeden Gedanken an das inzwischen gefrorene Hinterteil. Hotel Nena war an diesem Abend mal wieder völlig überbelegt, sogar am Balkon wurde es eng.



Wieder war die Nacht bitterkalt, sogar so kalt, dass es am Morgen einen 10cm hohen Eisstalagmit vor dem Zelt zu bewundern gab. Heute düsten wir nach Osogna zum Baden und klettern. Schon letztes Jahr bewunderten einige von uns die Wasserfälle und Gumpen unterhalb der Wand, dieses Jahr konnten ein paar von uns dem Drang nicht wiederstehen und seilten sich in Badehose durch einen 15m Wasserfall ab.

Wie immer gabs auch heute Morgen ein sonniges Frühstück und gleich danach wurde gepackt. Tobi und Michi H. legten einen Ruhetag ein und zogen in Badehose, mit Gurt und Seil los, um den felsigen Canyon der Maggia zu erkunden. Sie hatten jede Menge Wasserspass mit Abseilen, Pendeln, Gumpenspringen, Strandbouldern und einfach nur in der warmen Sonne chillen.


1) die Krüppel (Jochen & Christian & Marco in der Zweierseilschaft)
2) die Sissis (Helmut [Name geändert, weil Tobi nicht zu den Sissis gezählt werden will] & Beni alias Tangasissi)
3) die Michis (Michi & Michi – wär hätts gedacht!)
4) und natürlich unsere Prinzessinen (Sabrina & Nora wie immer top gestylt)
Geschäftiges Treiben beherrschte die Stimmung an diesem Morgen, es wurde gepackt und geplant. Gemeinsam liefen wir das Maggiatal runter bis unterhalb des Monte Grazo, dort stiegen die Sissis zum Wandfuß auf und die anderen wanderten weiter zur Speroni (Quarzader). Ohne Probleme fanden wir den Einstieg der Alhambra und kletterten zügig die ersten Längen. Der untere Teil der Route ist eher plattig geprägt, oben wurde es steiler und griffiger. Nach der ersten anspruchsvollen 6a+ Platte lies der Speck spürbar nach. In der Wand war es bruzzelheiß und so war die Freude über ein schattiges Pausenplätzchen groß. Nach dem kurzen Laufstück folgten geniale Seillängen welche kaum Kraft aber jede Menge Technik vom Kletterer forderten.

Zufrieden und glücklich erreichten wir nach sechs Stunden in der Wand den Ausstieg und genossen den Blick auf den Lago Maggiore, anschließend ging es wieder runter. Der Abstieg zur Abseilpiste ist steil und forderte nochmal Konzentration, das Abseilen ging fix. Heute hatten wir uns eine Dusche verdient, glücklicherweiße hatte Tobi noch welche von den heiß begehrten Duschfranken. Beim Essen wurden die Erlebnisse des Tages ausgetauscht, auch den Speroni-Seilschaften hat es gut gefallen... bis auf den Abstieg. Abends erreichte uns frischer Bergmariechen/Juma-Nachschub in Form von Susi, Bernhard und Alex.
Sodala, heut gings mal zum Klettern. Wohin? Nach Arcegno weils so schön und so nah is. Wir tobten uns bei Sonnenschein in der Vertikalen aus. Der Fels hier ist sehr rauh, die Hornhaut ging schnell flöten. Aber die Routen im Sektor Fiama waren der Hit, also wurde fleißig weitergeklettert. Tobi hängte sich in die Wand und hat professionelle Bilder geschossen.
Sodala, heut gings mal zum Klettern. Wohin? Nach Arcegno weils so schön und so nah is. Wir tobten uns bei Sonnenschein in der Vertikalen aus. Der Fels hier ist sehr rauh, die Hornhaut ging schnell flöten. Aber die Routen im Sektor Fiama waren der Hit, also wurde fleißig weitergeklettert. Tobi hängte sich in die Wand und hat professionelle Bilder geschossen.


Im lichten Kastanienwald am Wandfuß gabs dann ganz viel zu Essen was uns alle erfreute. Ein paar Boulderblöcke befinden sich auch direkt unterhalb vom Fels, für Abwechslung war also gesorgt. Auf dem Rückweg zum Zeltplatz machten wir noch nen Ausflug in die Maggia Schlucht und bewunderten die Formen die das Wasser in den Fels geschliffen hat. Nach dem Abendessen gabs wieder ein schönes Lagerfeuer.
Den Tobi drängte das Boulderfieber, auch Susi lies sich anstecken, und so machten sich die zwei auf den Weg nach Chironico, einem Boulderparadies am Berg mitten im Kastanienwald.
Den Tobi drängte das Boulderfieber, auch Susi lies sich anstecken, und so machten sich die zwei auf den Weg nach Chironico, einem Boulderparadies am Berg mitten im Kastanienwald.

Bernhard und Michi wollten heute die Alhambra machen und der Rest wanderte zu den Platten unterhalb des Monte Grazo. Die Routen hier sind etwas fad, deshalb machten wir auch nur eine 4 Seillängenroute und verbrachten fast den restlichen Tag mit Essen. Nachdem Nora Arons Kater schöne Grüße ausgerichtet hat spatzierten wir erneut ins Bachbett der Maggia, zum abseilen und Prusiken oder einfach zum Entspannen. Abends dann kamen Heike und Paul am Zeltplatz an und ausgerechnet heute tröpfelte es, so dass alle im Zelt schlafen wollten und es etwas eng wurde.

Noch ganz in der Früh, bevor die anderen wach waren tummelte sie davon, die Nora. Hinfort ins schöne Engadin zum Skitourengehen. Der Rest blieb da, im schönen Tessin wo der Frühling langsam Einzug hielt. Wir entschieden uns nochmal für Osogna wo es immer noch viele schöne Touren zu klettern gibt. Besonders eine 6c+ Platte hatte es uns angetan, völlig verrückt so was... Im linken Teil des Sektors Terrible Bosch gibt’s richtig lohnende, lange Routen mit Rissen, Schuppen, Verschneidungen, Platten und allem drum und dran. Der Tag neigte sich dem Ende zu und wir fuhren zurück nach Avegno. Abendessen und Wein gabs heut direkt am Lagerfeuer.
Heute teilte sich die Gruppe auf, ein Teil fuhr zum Bouldern, ein Teil Sportklettern und der Rest machte die Mehrseillängenroute Quarzader auf vielfache Empfehlung der anderen. Die ersten 6 Seillängen sind plattig und boten wenig Abwechslung, dafür wird’s oben raus steiler mit Rissen und allen möglichen Mineralen und Kristallen (der Name ist Programm). Nach insgesamt 11 Seillängen erreichten Alex, Paul, Heike und Beni fröhlich den Ausstieg und liesen den Blick über die umliegenden Gipfel und die schöne Wolkenstimmung schweifen.


War gar nicht mal so schön, nicht, nicht, nein doch nicht.
Oder einfach:
Schön wars mal wieder – mal sehn, wo uns die nächste Fahrt hinbringt!
Hier gibt's noch mehr Fotos!
Beni Köstler im April 2009


